Haben Sie schon einmal einen Bestseller gekauft und einen Tippfehler oder einen eklatanten Fehler entdeckt? Das ist den meisten von uns schon passiert. Schreibfehler können den Gesamteindruck der Qualität, den die Leserinnen und Leser von einem veröffentlichten Buch erwarten, beeinträchtigen. Dies kann zu negativen Rezensionen und niedrigen Bewertungen führen, was sich wiederum negativ auf den Verkauf auswirken kann.

Gelegentliche Fehler sind in einem fertigen Manuskript praktisch unvermeidlich, aber das Streben nach Perfektion ist dennoch ein lohnendes Ziel. Das Verständnis der häufigsten Fehler kann Autorinnen und Autoren helfen, ihre Arbeit und den Redaktionsprozess mit mehr Klarheit anzugehen – und sie davor bewahren, über häufige Fallstricke zu stolpern.

1. Zeigen, nicht erzählen

Autorinnen und Autoren neigen von Natur aus dazu, eher zu erzählen als zu zeigen. Das bedeutet, dass das Geschehen zusammenfasst oder beschrieben wird, anstatt die Leserin/den Leser die Geschichte durch Handlung, Dialoge, Gedanken und Sinneseindrücke erleben zu lassen. Dies geschieht oft durch die Darstellung der Gefühle einer Figur, anstatt zu zeigen, wie diese Gefühle vermittelt werden.

2. Schwache Anfangserzählung

Haben Sie schon einmal ein Buch nach den ersten paar Seiten abgebrochen? Das passiert meistens, wenn die Geschichte an der falschen Stelle beginnt. Das ist ein leicht zu begehender Fehler. Die Autorin bzw. der Autor weiß zwar, dass bald etwas Spannendes passieren wird, aber für den Leser ist es nicht offensichtlich. Wenn er nicht sofort gefesselt ist, bleibt er wahrscheinlich nicht lange genug dabei, um herauszufinden, was „etwas Spannendes“ ist.

3. Übermäßiges Beschreiben der Handlung

Übertriebene Beschreibungen liegen vor, wenn unnötige Details über die Handlungen der Figuren geliefert werden. Das verlangsamt das Tempo, verringert die Spannung und unterbricht den Fluss der Szene.

4. Unglaubwürdige Konflikte

In vielen belletristischen Genres prägen Konflikte die Geschichte. Unabhängig davon, ob es sich um äußere oder innere Konflikte handelt, ist es wichtig, diesen Konflikten Substanz und Glaubwürdigkeit zu verleihen.

5. Blickwinkel

Die Bestimmung des richtigen Blickwinkels für die Erzählung ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Geschichte. Wir wissen zum Beispiel, dass die meisten Jugendbücher in der Ich-Perspektive geschrieben werden, weil sich jüngere Leser mit der Unmittelbarkeit der emotionalen Erfahrung der Ich-Perspektive identifizieren. Liebesromane werden in der Regel in der dritten, allwissenden Person erzählt, da die Autorin/der Autor in der Lage sein muss, nahtlos von der Perspektive des Helden zur Perspektive der Heldin zu wechseln. Die Perspektive bestimmt, wer eine Geschichte erzählt und wie sie erzählt wird – deshalb ist es für den Erfolg eines Buches entscheidend, sie richtig einzusetzen.

6. Angenommenes Wissen

Autorinnen und Autoren schreiben oft viele Entwürfe für ihre Romane. Nach mehreren Überarbeitungen kann man leicht vergessen, dass die Leser nur die Informationen kennen, die ihnen auf der Seite gegeben werden.

7. Ungereimtheiten bei Namen und Rechtschreibung

Auch wenn es normalerweise Aufgabe des Lektors ist, diese Unstimmigkeiten zu beseitigen, sollte beim Überarbeiten des Textes auf Unstimmigkeiten geachtet werden.

8. Falsche Verwendung der Zeitform

 

Selbst für die erfahrensten Autorinnen und Autoren kann es schwierig sein, die Konsistenz der Zeitform in einem Manuskript zu wahren. Unabhängig davon, ob die Haupterzählzeit eines Romans die Vergangenheit oder die Gegenwart ist, sollten Sie sie auch in Rückblenden beibehalten.

Wenn es darum geht, ein fehlerfreies Manuskript zu verfassen, ist die Zusammenarbeit mit einem professionellen Lektor der beste Weg, um häufige (und nicht so häufige) Schreibfehler zu vermeiden.