Ein Buch hat zahlreiche positive Rezensionen, die Leser sind begeistert – und trotzdem bleiben die Verkaufszahlen enttäuschend. Für viele Autoren ist das zunächst schwer zu verstehen. Schließlich gelten gute Bewertungen als eines der wichtigsten Verkaufsargumente. Doch gute Rezensionen allein sorgen noch lange nicht dafür, dass ein Buch gefunden und gekauft wird.

Gute Bewertungen bringen nichts, wenn niemand sie sieht

Der wichtigste Punkt klingt banal: Ein Buch kann hundert begeisterte Rezensionen haben – wenn es kaum potenzielle Leser erreicht, helfen auch die besten Bewertungen wenig. Sichtbarkeit ist deshalb die Grundlage für jeden Verkauf.

Wer sein Buch nur veröffentlicht und anschließend darauf wartet, dass die Leser es entdecken, wird es schwer haben. Gerade bei der großen Auswahl im Selfpublishing braucht es zusätzliche Maßnahmen, damit ein Titel überhaupt wahrgenommen wird.

Newsletter, Social Media, Buchaktionen, Werbeanzeigen oder Kooperationen mit anderen Autoren können dabei helfen, neue Leser auf das Buch aufmerksam zu machen.

Das Cover entscheidet über den ersten Eindruck

Auch ein hervorragend geschriebenes Buch kann übersehen werden, wenn das Cover nicht zum Genre passt. Leser orientieren sich an bestimmten Erwartungen. Ein Krimi sollte anders aussehen als ein Liebesroman, ein Fantasybuch anders als ein Ratgeber. Dabei geht es nicht darum, möglichst außergewöhnlich zu sein. Das Cover sollte vor allem auf den ersten Blick vermitteln, was den Leser erwartet.

Ein gutes Cover sorgt dafür, dass ein potenzieller Leser überhaupt innehält und sich näher mit dem Buch beschäftigt.

Der Klappentext muss den nächsten Schritt schaffen

Hat das Cover Interesse geweckt, kommt der Klappentext ins Spiel. Hier entscheidet sich, ob aus Aufmerksamkeit tatsächlich Kaufinteresse wird. Ein häufiger Fehler: Autoren versuchen, möglichst viel von ihrer Geschichte zu erzählen. Der Klappentext wird dadurch lang und informativ, aber nicht unbedingt spannend. Besser ist es, die zentrale Frage oder den Konflikt der Geschichte herauszustellen und neugierig zu machen.

Der Leser muss nach dem letzten Satz denken: „Das möchte ich lesen.“

Gute Bewertungen ersetzen kein passendes Marketing

Auch die besten Rezensionen können nicht ausgleichen, wenn ein Buch die falsche Zielgruppe erreicht. Ein historischer Roman wird nicht automatisch erfolgreicher, nur weil er bei Krimilesern beworben wird. Und ein Ratgeber für Existenzgründer wird kaum viele Käufer finden, wenn er ausschließlich Menschen erreicht, die sich überhaupt nicht für das Thema interessieren.

Deshalb sollte vor jeder Werbeaktion klar sein: Wer soll dieses Buch kaufen?

Je genauer die Zielgruppe definiert ist, desto gezielter lässt sich das Marketing einsetzen.

Der Preis kann ebenfalls eine Rolle spielen

Auch der Buchpreis beeinflusst die Kaufentscheidung. Ein unbekannter Autor hat es möglicherweise schwerer, wenn sein Debüt genauso viel kostet wie ein bekannter Bestsellerautor. Gleichzeitig bedeutet ein niedriger Preis nicht automatisch mehr Verkäufe. Entscheidend ist, ob Preis, Umfang, Genre und Wahrnehmung des Buches zusammenpassen.

Ein dauerhaft extrem niedriger Preis kann sogar den Eindruck erwecken, dass das Buch weniger hochwertig ist.

Rezensionen sind trotzdem wertvoll

All das bedeutet nicht, dass Bewertungen unwichtig sind. Im Gegenteil: Gute Rezensionen können die Kaufentscheidung erheblich erleichtern. Sie funktionieren vor allem dann besonders gut, wenn bereits Interesse an einem Buch besteht. Ein potenzieller Käufer sieht, dass andere Leser gute Erfahrungen gemacht haben – und fühlt sich in seiner Entscheidung bestätigt.

Rezensionen sind also weniger ein Ersatz für Sichtbarkeit und Marketing als vielmehr ein wichtiger Baustein davon.

Fazit

Wenn ein Buch trotz guter Bewertungen kaum verkauft wird, liegt das nicht unbedingt an der Qualität. Vielleicht wird es nicht ausreichend gefunden. Vielleicht sprechen Cover und Klappentext die falschen Leser an. Oder das Marketing erreicht nicht die richtige Zielgruppe.

Autoren sollten deshalb nicht nur fragen: „Wie gefällt mein Buch den Lesern?“ Sondern auch: „Erreichen wir überhaupt die richtigen Leser – und bekommen sie einen Grund, das Buch zu kaufen?“

Denn ein gutes Buch braucht beides: begeisterte Leser und eine Strategie, die dafür sorgt, dass diese Leser es überhaupt entdecken.