Social Media gilt für viele Selfpublisher als notwendiges Übel: zu laut, zu schnell, zu zeitintensiv. Gleichzeitig ist es einer der wenigen Kanäle, über die Autorinnen und Autoren direkt mit ihren Leserinnen und Lesern kommunizieren können – ohne die Filter eines Verlags oder Zwischenhändlers.

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht überall präsent sein. Entscheidend ist, dass Sie authentisch, regelmäßig und auffindbar auftreten.

1. Sie sind kein Influencer – und müssen keiner werden

Viele Selfpublisher scheitern an Social Media nicht wegen mangelnder Fähigkeiten, sondern wegen falscher Erwartungen. Es ist nicht notwendig,

  • virale Videos zu produzieren

  • ein perfektes Autorenleben zu inszenieren

  • täglich Inhalte zu veröffentlichen

Leserinnen und Leser folgen Autorinnen und Autoren wegen Inhalten, Haltung und Persönlichkeit, nicht wegen Hochglanz-Marketing. Authentizität ist langfristig wirkungsvoller als Reichweite.

2. Konzentrieren Sie sich auf eine Plattform

Instagram, TikTok, Facebook, X, Threads, Bluesky – die Auswahl ist groß. Der Versuch, mehrere Plattformen gleichzeitig zu bespielen, führt häufig zu Überforderung und Inaktivität.

Empfehlenswert ist:

  • eine Hauptplattform, die zu Ihnen und Ihrem Genre passt

  • optional eine zweite Plattform mit geringem Aufwand

Nicht die Plattform entscheidet über den Erfolg, sondern Ihre konsequente Präsenz.

3. Inhalte, die für Selfpublisher funktionieren

Sie müssen keine originellen Content-Formate erfinden. Bewährt haben sich unter anderem:

  • Einblicke in den Schreibprozess

  • Zitate oder kurze Textauszüge

  • Cover-Entwürfe und Entscheidungsprozesse

  • „Behind the Scenes“ (Recherche, Plotentwicklung, Herausforderungen)

  • Fragen an die Community oder kleine Umfragen

Wichtig ist: Sprechen Sie nicht ausschließlich über Ihr Buch. Kommunizieren Sie über Themen, die inhaltlich und emotional zu Ihrem Buch passen.

4. Verkaufen, ohne aufdringlich zu wirken

Social Media ist kein dauerhafter Werbekanal. Eine bewährte Faustregel lautet:

80 % Mehrwert und Persönlichkeit – 20 % Buchwerbung

Wenn Leserinnen und Leser Vertrauen zu Ihnen aufbauen, wächst das Interesse an Ihren Büchern automatisch. Reine Verkaufsbotschaften hingegen werden schnell ignoriert.

5. Community ist wichtiger als Reichweite

Likes sind sichtbar, aber wenig aussagekräftig. Kommentare, Direktnachrichten und wiederkehrende Interaktionen sind deutlich wertvoller. Reagieren Sie auf Kommentare, beantworten Sie Nachrichten und zeigen Sie Wertschätzung für Rezensionen. Leserbindung entsteht nicht durch große Zahlen, sondern durch echte Kommunikation. Ein kleiner, engagierter Account kann mehr Buchverkäufe generieren als ein großer, passiver.

6. Social Media ist Teil der Strategie – nicht die Strategie selbst

Social Media kann:

  • Vertrauen aufbauen

  • Interesse wecken

  • Ihre Autorenmarke stärken

Es ersetzt jedoch nicht:

  • ein hochwertiges Buch

  • einen überzeugenden Klappentext

  • ein professionelles Cover

Betrachten Sie Social Media als Ergänzung Ihres Buchmarketings, nicht als dessen Grundlage.

Fazit

Social Media muss für Selfpublisher kein zusätzlicher Stressfaktor sein. Richtig eingesetzt ist es ein Werkzeug, um langfristige Leserbeziehungen aufzubauen. Wer sich erlaubt, organisch zu wachsen, authentisch zu bleiben und nicht auf Perfektion zu setzen, schafft eine stabile Basis für nachhaltigen Erfolg im Selfpublishing.