„Show, don’t tell“ – Eine Schlüsseltechnik für überzeugendes Schreiben
Für viele Autorinnen und Autoren ist „Show, don’t tell“ eine der wirkungsvollsten, aber auch herausforderndsten Schreibtechniken. Sie hilft dabei, Geschichten lebendig, emotional und einprägsam zu gestalten. Statt Informationen nur zu berichten, werden sie für die Leser erfahrbar gemacht.
Was bedeutet „Show, don’t tell“?

„Show, don’t tell“ bedeutet, Gefühle, Charaktereigenschaften und Situationen nicht direkt zu benennen, sondern sie durch konkrete Details zu vermitteln.
-
Tell: „Sie war wütend.“
-
Show: „Sie knallte die Tür zu und presste die Lippen so fest zusammen, dass sie weiß wurden.“
Durch das Zeigen entsteht ein Bild im Kopf der Leserinnen und Leser, das stärker wirkt als eine bloße Aussage.
Warum ist diese Technik so wichtig?

-
Stärkere emotionale Bindung: Leserinnen und Leser erleben die Geschichte aktiv mit.
-
Glaubwürdige Figuren: Charaktere wirken menschlicher und nachvollziehbarer.
-
Mehr Spannung: Andeutungen und Handlungen sind interessanter als reine Erklärungen.
Typische Bereiche, in denen „Show“ besonders wirkungsvoll ist

-
Emotionen: Angst, Liebe, Wut oder Freude lassen sich durch Körpersprache und Gedanken besonders gut vermitteln.
-
Charaktereigenschaften: Mut, Arroganz oder Unsicherheit zeigen sich im Verhalten einer Figur.
-
Atmosphäre: Wetter, Umgebung und Geräusche transportieren Stimmungen auf subtile Weise.
Wann „Tell“ dennoch sinnvoll ist

Auch wenn „Show, don’t tell“ ein wichtiges Prinzip darstellt, sollte es nicht dogmatisch angewendet werden.
-
Bei Zeit- oder Ortswechseln
-
Bei Hintergrundinformationen, die zügig vermittelt werden müssen
-
Bei Übergängen, um den Text nicht unnötig zu überladen
Ein ausgewogener Wechsel zwischen Zeigen und Erzählen ist entscheidend.
Empfehlungen zur Übung

-
Überarbeiten Sie Ihre Texte und markieren Sie erklärende Passagen – prüfen Sie, ob sich diese zeigen lassen.
-
Achten Sie gezielt auf Verben und Details, die Handlung und Emotion transportieren.
-
Lesen Sie Texte anderer Autorinnen und Autoren bewusst unter diesem Gesichtspunkt.
Fazit:
„Show, don’t tell“ ist kein starres Regelwerk, sondern ein wirkungsvolles Werkzeug. Wenn Sie es gezielt einsetzen, verleihen Sie Ihren Geschichten Tiefe, Spannung und emotionale Ausdruckskraft – und steigern nachhaltig die Qualität Ihrer Texte.